Landrat: Sozialkaufhäuser im Kreis Herzogtum Lauenburg nicht mehr wegzudenken

Feier zum 11+1-jährigen Bestehen des Sozialkaufhauses Lauenburg mit zahlreichen Gästen

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skh-lau-03Mit einigen kurzen und warmherzigen Ansprachen sowie einem bunten Festprogramm, das vom Team um Betriebsleiter Jörg Sönksen organisiert wurde, hat das Sozialkaufhaus Lauenburg „zehn plus einjähriges“ Bestehen gefeiert. Nach der Begrüßung durch Projektleiter Bodo Krüger, gab AWO-BA-Geschäftsführer Martin Meers einen kurzen Überblick über die Geschichte der Entstehung der Kaufhäuser im Kreis Herzogtum Lauenburg. Er erläuterte zudem das Prinzip der Sozialkaufhäuser. Kaufhaus-Mitgründerin Annemarie Argubi-Sivers ergänzte die Ausführungen, bevor Landrat Dr. Christoph Mager ein großes Lob für die Betreiber aussprach: „Sie haben das in den vergangenen elf Jahren wirklich gut gemeistert.“ Die Sozialkaufhäuser seien Teil der sozialen Sicherung im Kreis und daher kaum wegzudenken.

Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede betonte in seinem Grußwort, dass es nicht immer ganz leicht sei, Spenden auch einmal zurückzuweisen, nämlich dann, wenn sie eher Sperrmüll als brauchbare Gegenstände seien. „Dazu gehört eine hohe soziale Kompetenz“, erklärte Thiede. Für das Jobcenter Geesthacht, das auch für Lauenburg zuständig ist, ging Norbert Schlachtberger vor allem auf die arbeitsmarktpolitische Komponente der Arbeitsgelegenheiten ein. Er appellierte an die anwesenden Politiker dafür zu sorgen, dass es auch weiterhin ein Segment gebe, das sich zwischen Arbeitslosigkeit und 1. Arbeitsmarkt den Menschen helfen, die sonst keine andere Perspektive hätten.

Bundestagsabgeordneter Norbert Brackmann (CDU) zeigte sich hingegen beeindruckt vom Drei-Säulenmodell der Sozialkaufhäuser: 1. Menschen, die über sinnvolle Maßnahmen wieder an den 1. Arbeitsmarkt herangeführt werden. 2. Ein Kaufhaus mit gutem Angebot für bedürftige Menschen. 3. Der Recyclinggedanke, dass durchaus brauchbare Möbel. Kleidung und Gegenstände wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden. Seine Bundestagskollegin Dr. Nina Scheer (SPD) sprach zudem von der Hoffnung, dass Sozialkaufhäuser eines Tages überflüssig würden, weil alle Menschen genügend Leistungen erhielten, um „in einem ganz normalen Kaufhaus“ einkaufen zu können. Sie würdigte indessen die Leistung der Sozialkaufhäuser im Hinblick auf Arbeit für Menschen, die sonst keine anderen Möglichkeiten hätten.

Zum Abschluss zeigte Peter Perthun, AWO-Kreisvorsitzender im Kreis Herzogtum Lauenburg und gleichzeitig stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der AWO BA, auf, dass die Armut in Deutschland offenbar wieder ansteige. Dabei betonte er noch einmal einen AWO-Grundsatz: „Bitte helfen Sie uns, weiter den Bedürftigen zu helfen, damit sie sich selbst helfen können“, lautete sein Apell.

Für die Kinder wurden unterdessen Spiele angeboten und die Erwachsenen hatten beim Glücksrad und einer Tombola Gelegenheit, Preise zu gewinnen. Auch für Livemusik und das leibliche Wohl war gesorgt worden.

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