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Sozialkaufhaus Itzehoe: Sammelcontainer für rote Frauenschuhe

Gemeinschaftsaktion mit dem Frauenhaus gegen "Gewalt gegen Frauen"

 

Itzehoe, 10.01.2022 – Im Jahr 2009 hat die mexikanische Künstlerin Elina Chauvet das Projekt „Zapatos Rojos" (Rote Schuhe) ins Leben gerufen: Hunderte Paar rote Frauenschuhe lagen auf dem größten Platz in Mexiko-Stadt. Jedes Paar steht für eine Frau, die nicht mehr am Leben ist, die Opfer eines sogenannten Femizids geworden ist. Femizide sind Morde, bei denen Frauen nur deshalb umgebracht werden, weil sie Frauen sind. Die Tötung von Frauen durch Männer hat einen gesellschaftlichen Hintergrund der mit patriarchalischem Denken zu tun hat, das auch in Deutschland bis heute wirksam ist und die Diskussion um Gewalt gegen Frauen und Femizide bestimmt.

Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem. Deshalb sind neben Mexiko-Stadt in vielen anderen Ländern, Städten und auf vielen verschiedenen Plätzen rote Schuhe aufgereiht worden, um an vermisste, misshandelte, vergewaltigte und ermordete Frauen zu erinnern. Immerhin war jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt durch ihren Partner betroffen, jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren (Ex)-Partner ermordet, in Deutschland kamen 139 Frauen allein im Jahr 2020 durch einen Femizid ums Leben.

Ist Deutschland denn kein emanzipiertes Land? Sind Frauen denn nicht gleichberechtigt? Gibt es denn nicht ein ausgebautes Schutzsystem für Frauen und Kinder? Die Antwort lautet: Nein. Ansätze gibt es. Mühsam erstritten und erkämpft. Doch Frauenhäuser und Frauenberatungssteilen im Land ringen ständig um eine bedarfsgerechte, sichere Finanzierung. Jeden Monat müssen von Gewalt betroffene Frauen und Kinder aus Platzmangel abgewiesen werden. Viele Frauenfacheinrichtungen sind nicht barrierefrei, obwohl behinderte Frauen doppelt so häufig von Gewalt betroffen sind wie Frauen des Bevölkerungsdurchschnitts. Und die Istanbul-Konvention „zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt", die von Deutschland 2017 ratifiziert wurde, ist bis heute nicht wirklich umgesetzt.

Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Frauen vor allem zu Hause in gewalttätigen Beziehungen gefährdet sind. Und dass die in vielen Medien beinahe blumig beschriebenen „Familientragödien" in den meisten Fällen die Tötungen von Frauen und Kindern durch Männer sind, die ihren Herrschaftsanspruch über die Frauen nicht aufgeben wollen.

An Gewalt gegen Frauen erinnert jährlich der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November begangen wird. Aus einem Bündnis des Frauennetzwerks des Kreises finden rund um diesen Tag jedes Jahr unterschiedliche Aktionen statt. In diesem Jahr ruft das Frauenhaus Itzehoe zu einer Sammlung von paarweise roten Frauenschuhen auf, um eine Aktion damit in Itzehoe zu initiieren. Die Schuhe können im Sozialkaufhaus der AWO in der Stiftstr. 5 in Itzehoe abgeben werden, es steht ein Sammelbehälter bereit.

frauenschuhe aktion

In diese Sammelbox können die roten Schuhe geworfen werden. (Foto: AWO BA)