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Sozialkaufhaus Glückstadt – Rückkehr zu einem „Stück Normalität“
Öffnungszeiten angepasst / Änderungen auch bei der Tafel
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Immer mehr Rentner nutzen die Tafel in Glückstadt

Steigende Kundenzahlen und weniger Lebensmittel aus dem Umland machen der AWO Bildung und Arbeit zu schaffen

tafel glueckstadt 2020 01

Roman Kremer, Leiter des Sozialkaufhauses in Glückstadt, und Eva Borth vor einigen Kosten mit frischem Obst und Gemüse, die zurzeit nur teilweise gefüllt werden können. (Foto: Kienitz/AWO BA)

Glückstadt – Die demografische Entwicklung hat jetzt schon Auswirkungen auf die Tafel in Glückstadt: Immer mehr Senioren, die nur über eine kleine Rente verfügen, nehmen die kostengünstige Ausgabe von Lebensmitteln wahr. Mit der wachsenden Zahl von alten Menschen steigt auch der Anteil von bedürftigen Personen, denen nur wenig Geld im Monat zur Verfügung steht. „Seit der Seniorenbeirat der Stadt regelmäßig bei uns tagt, ist auch der Bekanntheitsgrad unseres Angebots gestiegen. Außerdem hat sich herumgesprochen, dass hier jeder Kunde mit Respekt und Wertschätzung bedient wird“, weiß Eva Borth zu berichten. Die Technische Assistentin ist im Sozialkaufhaus der AWO Bildung und Arbeit gemeinnützige GmbH zuständig für die Tafelarbeit.

Im Januar wurden mehr als 1700 Personen von der Tafel Glückstadt versorgt, darunter auch einige Großfamilien mit vielen Kindern. Im vergangenen September waren es noch gut 1300. Während die Zahl der Tafelnutzer insgesamt deutlich zunimmt, wird es jedoch zunehmend schwieriger, genügend frische Nahrungsmittel für die Ausgabe zu beschaffen. Die Supermärkte und Discounter verkaufen bundesweit immer mehr Produkte kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum zu einem reduzierten Preis. Und nach Ablauf des Datums dürfen sie nicht mehr abgegeben werden, obwohl viele Lebensmittel sicher noch genießbar wären. Ein Dilemma, das viele Tafeln trifft und das Angebot deutlich schmälert. Daher bemüht sich Horst-Günther Scheer verstärkt um Sachspenden durch die Erzeuger oder andere Großspender.

„Wir erhalten von Zeit zu Zeit von Kartoffelbauern, Wurstfabriken oder auch aus der Nahrungsmittelindustrie größere Mengen. Bei uns reicht die Lagerkapazität jedoch nicht aus. Deshalb tauschen schleswig-holsteinische und Hamburger Tafeln die Produkte untereinander aus“, erläutert der Tafelkoordinator der AWO BA und der Tochterorganisation hoelp in Dithmarschen. In Brunsbüttel sind größere Lager- und Kühlkapazitäten geschaffen worden, um möglichst alle Tafeln an den Ausgabetagen bestücken zu können. Das bringt jedoch einen nicht unerheblichen logistischen und finanziellen Aufwand mit sich. Immerhin müssen allein mit dem Glückstädter Kühlfahrzeug 500 Kilometer pro Woche zurückgelegt werden, ohne die Fahrten zu den Großspendern. Insgesamt werden so vier Tonnen verzehrbarer Nahrungsmittel vor dem Wegwerfen bewahrt. „Lieber hätten wir natürlich Lebensmittel aus der näheren Umgebung, um sie an bedürftige Einzelpersonen und Familien weitergeben zu können“, lautet das Fazit von Horst-Günther Scheer.

In der Glückstädter Tafel kümmern sich neben Eva Borth ein Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes, ein Fahrer und neun Personen in Arbeitsgelegenheiten (AGH-Kräfte) um die Lagerung, Portionierung und Ausgabe der Lebensmittel an vier Tagen der Woche. Dabei haben die Mitarbeiter unter anderem auf die Einhaltung der Lebensmittel¬hygiene¬vorschriften und auch der europäischen Lebensmittel-Informations-Ergänzungs¬ver¬ord¬nung zu achten.

Für jede Tüte voll mit Lebensmitteln zahlt jeder Kunde pauschal zwei Euro. Geöffnet ist die Glückstädter Tafel in der Königsberger Straße montags, dienstags, donnerstags und freitags jeweils von 12 bis 13 Uhr.