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Von der Fachoberschule in Syrien zur Kfz-Lehre in Plön

Erfolgreiches Coaching für Abdul Rahman Alkhalaf / Beispiel einer gelungenen Integration im Rahmen des EU-Projekts „Ich bin dabei“

Plön – Als Abdul Rahman Alkhalaf 2015 nach Deutschland kam, hielt er sich für gut ausgebildet. Immerhin hatte er die Fachoberschule für Kraftfahrzeuge in seiner Heimat besucht. Doch der Startversuch ins deutsche Berufsleben war ernüchternd. Sprachprobleme und große Unterschiede in der Ausbildung waren Hürden, die es zu überwinden galt. Erst die Aufnahme in das Förderprojekt „Ich bin dabei“ brachte den 26-jährigen zurück in die Erfolgsspur. Seit September 2019 ist er beim Autohaus Estorff als Auszubildender angestellt und verdient sein erstes eigenes Geld. „Wir hatten einige Herausforderungen, die wir jedoch gemeinsam mit dem Arbeitgeber meistern konnten“, freut sich Frithjof Ahlbory, der für den jungen Mann bei der AWO Bildung und Arbeit (AWO BA) zuständige Berater. Bei einem Ideenwettbewerb des Landes Schleswig-Holstein konnte die AWO BA mit ihrem Konzept überzeugen und setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter des Kreises Plön um. Gefördert wird es durch das Land Schleswig-Holstein, den Europäischen Sozialfonds (ESF).

Im Rahmen des Projekts wurde Abdul Rahman Alkhalaf behutsam ans deutsche Arbeitsleben herangeführt. Bei einem ersten Praktikum im Autohaus wurde deutlich, dass seine Sprachkenntnisse nicht ausreichten. Daher absolvierte der angehende Mechatroniker einen speziellen Kfz-Sprachkurs in Kiel und wurde dann als Gasthörer in der Plöner Berufsschule eingeschrieben, um sich schon einmal auf die Lehre vorzubereiten. Den Führerschein Klasse B finanzierte schließlich das JobCenter Plön, das auch die nötige Nachhilfe für die Berufsschule bezahlt.
Im Autohaus wurde der neue Auszubildende nach Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen mit offenen Armen empfangen. „Wir geben dem jungen Mitarbeiter gern eine Chance, durch eine fundierte und breit gefächerte Ausbildung bei uns auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, betont Geschäftsführer Claus-Henrick Estorff. Für einige Zeit wird der syrische Flüchtling weiter von Frithjof Ahlbory über das Projekt betreut. Damit soll gewährleistet werden, dass die Maßnahmen auch einen nachhaltigen Erfolg haben.

Der Fachkräftemangel ist bereits in nahezu allen Branchen spürbar und wird durch Zuwanderung nur in Teilen gedeckt werden können. Zudem gibt es eine Reihe von Problemen, die verhindern, dass Langzeitarbeitslose mit Migrations- oder Fluchthintergrund auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Dabei handelt es sich unter anderem um Sprachprobleme, fehlende soziale Beziehungen, ungewohnte soziale und kulturelle Umgangsweisen und ungeklärte Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen.
Im Rahmen des Vorhabens werden Menschen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Irak, aus dem Kosovo und anderen Staaten auf ihrem Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung begleitet und betreut. Die Zielgruppe des Projektes umfasst Menschen mit Migrationshintergrund, die als langzeitarbeitslos bei einem Jobcenter im Kreis Plön gemeldet und mindestens 25 Jahre alt sind.

opel ploen azubi syrien

Freuen sich über die gelungenen Start ins deutsche Berufsleben: Abdul Rahman Alkhalaf (Mitte) mit Kfz-Meister Gerald Cellmer (li.) und Claus-Henrick Estorff vom Autohaus Estorff. (Foto: AWO BA)