AWO NEWS

Familie unverschuldet in Wohnungsnot geraten
AWO Bildung und Arbeit hilft bei der Suche nach einem barrierefreien Zuhause
» weitere Infos

Wenn Spenden nicht mehr abgeholt werden können
Sozialkaufhaus Hohenlockstedt sucht nach ehrenamtlichen Fahrern
» weitere Infos

Glückstadt: Sozialkaufhaus und Tafel gegen Coronavirus gerüstet
Auch bei steigenden Infektionszahlen bleiben Einrichtungen geöffnet / Maßnahmen für mehr Sicherheit
» weitere Infos

Julienstift – ein Haus mit langer Geschichte
Neues Schild informiert Besucher über die Historie des AWO-Gebäudes
» weitere Infos

 

Julienstift – ein Haus mit langer Geschichte

Neues Schild informiert Besucher über die Historie des AWO-Gebäudes

Itzehoe – Erst Krankenhaus, dann Altenheim, schließlich Soziales Zentrum – das Julienstift in der Itzehoer Stiftstraße hat eine bewegte Geschichte hinter sich. „Nach mehrmonatigen Sanierungsarbeiten hat das Gebäude auch eine Zukunft und soll künftig weiter für unsere vielfältigen sozialen Aufgaben genutzt werden“, erklärte Gerhard Blasberg, Vorsitzender des Kreisverbandes Steinburg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bei der Enthüllung einer Gedenktafel am Eingang des Gebäudes.

Wie der Lokalhistoriker Ingo Lafrentz anschließend erzählte, wurde der Bau des ersten Krankenhauses der Stadt für soziale Bedürftige von 1834 bis 1837 ausschließlich aus Spenden finanziert. Benannt wurde es nach der engagierten Äbtissin des Adeligen Klosters, Juliane von Hessen, während die Leitung in den Händen eines aus neun Itzehoer Frauen bestehenden Stiftungsrates lag. 1897 ging das mehrfach erweiterte Gebäude in den Besitz der Stadt über und blieb bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein Krankenhaus, bevor es in ein städtisches Alten- und Pflegeheim umgewandelt wurde. Das dunkelste Kapitel des Hauses fiel in die Jahre 1934 bis 1945, als dort im Rahmen der nationalsozialistischen Rassenlehre Zwangssterilisationen durchgeführt wurden.

Im Jahr 1996 erwarb die AWO das Stift und baute es in ein Soziales Zentrum um, das schließlich von der Tochtergesellschaft AWO Bildung und Arbeit gemietet wurde. Seit 2003 beherbergt das Gebäude nicht nur die Zentralverwaltung der gemeinnützigen Organisation, sondern auch ein Sozialkaufhaus und mehrere Beratungsstellen.

In den vergangenen Monaten wurden Teile des Hauses für einen höheren fünfstelligen Betrag saniert und gemäß den Vorgaben des Brandschutzes umgebaut. Den Abschluss der Arbeiten bildete jetzt die Enthüllung der Gedenktafel, die von Klaus Nütz gestaltet worden war.

julienstift 02

Der Itzehoer Lokalhistoriker Ingo Lafrentz (li.) und AWO-Kreisvorsitzender Gerhard Blasberg schauen auf die neue Gedenktafel am Julienstift. (Foto: Kienitz/AWO BA)